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Thema: Seriöse Apotheke in Hamburg? Ohne Werbung für Homöopathie, Bachblüten, ...

  1. #21
    Unregistriert
    Gast
    Menschen die an psychosomatischen Problemen leiden, sind zu etwa 50% einer Placebotherapie (also zB Homöopathie) zugänglich ... kostet wenig und schadet nicht. Solche Möglichkeiten sollte man sich nicht leichtfertig verbauen.
    Die Zahl 50% ist interessant. Ich wusste nicht, dass dies quantitativ ermittelt wurde. Meiner Meinung nach muss patientenindividuell vom Arzt entschieden werden, ob ein Placebo indiziert ist, weil die Schwere jener psychosomatischen Probleme und der Charakter des Patienten diese Zahl deutlich beeinflussen.

    Zum Thema Interaktionen: Hier muss man sicher auch immer schwerwiegend bzw. "in der Realität" relevante Interaktionen von diesem ganzen akademischen Blödsinn trennen ... Viele Dinge vertragen sich nicht 100%ig, das ist dann halt so. Der menschliche Körper verfügt ja Gott sei Dank über genug Kompensationsmechanismen, sodass zwei hyperkaliämische Medikmente nicht gleich bei jedem zu einer relevanten Hyperkaliämie führen ... da muss man mal die Kirche im Dorf lassen. Ebenso das Beispiel mit ß-Blocker und NSAID ... wenn jemand Schmerzen hat, dann sollte er (Lebensqualität!) auch was nehmen.
    Das Beispiel war vielleicht nicht das schönste, jedoch kommt es nach meiner Erfahrung häufig vor. Somit dachte ich, das Argument auf diese Art stärken zu können. Dass Interaktionen bei Menschen unterschiedlich nachweisbar sind, ist kein Geheimnis. Doch wenn es statistisch signifikant bessere Therapien gibt, warum sollte man diese nicht nutzen? Die einzigen Argumente dagegen sind, dass entweder der Arzt oder der Kunde die Therapie nicht ändern will.
    Wenn der Kunde es nicht will, weil durch eine Änderung der Packung die Compliance gefährdet ist, muss dies akzeptiert werden. Wenn der Arzt es nicht will, z.B. weil er sich auf die Therapiehoheit beruft, können wir den unnötigen Kram mit der Medikationsanalyse vergessen. Wer braucht die dann noch? Dann sollen wir Apotheker mal die Kirche im Dorf lassen!

    Wenn solche Dinge (Homöopathie) tatsächlich aus der Apotheke entfernt würden, dann würden sich die Leute die Sachen halt wo anders kaufen (Versandhandel).
    Da sehe ich persönlich kein Problem drin. Wie gesagt sind in der von uns vertriebenen Alternativmedizin keine illegalen Substanzen drin, sodass sie das tun können, was sie wollen. Es geht letztendlich nur darum, ein Zeichen zu setzen, dass bestimmte Arten von "Heilverfahren" von der Apothekerschaft nicht anerkannt werden.


    Was ist denn so schlimm an Kosmetik?
    Gar nichts, Kosmetik ist doch gut fürs Image. Es ist jedoch kein Geheimnis, dass ein großer Teil der Kosmetik in der Apotheke anthroposophischer Ideologie folgt.

    LG

  2. #22
    Erfahrener Benutzer Avatar von Linalool
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    Joa...aber mal ehrlich Kosmetik soll nur kosmetisch sein. Ideologie hin oder her. Sehe ich absolut kein Problem drin.

  3. #23
    Erfahrener Benutzer Avatar von Lisel
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    Apothekerin
    Hier, noch eine weitere Meinung und Diskussionsgrundlage


  4. #24
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    Gast
    Zitat Zitat von Lisel Beitrag anzeigen
    Hier, noch eine weitere Meinung und Diskussionsgrundlage


    Cooler Blog


    Ich gehe die Argumente mal kurz durch.

    Dann etwas, das so verlangt und nachgefragt ist nicht an Lager zu halten – und womöglich auch nicht zu bestellen (nur) um der “Grundidee” und “wissenschaftlichen Ansehen” in den Augen einer (offensichtlichen Minderheit) zu entsprechen kann man sich einfach nicht leisten. Das ist die Realität.
    Dies ist auch meine Meinung. Aber dagegen kann man ja was tun

    Die Preise bei denen sind (für das, was man bekommt) eher im oberen Bereich angelegt, das gilt aber auch für die Einkaufspreise dieser Mittel, das sollte man nicht vergessen. Ich denke nicht, dass die sehr nach unten gingen, wenn die Mittel woanders verfügbar wären.
    Das hat nichts mit "denken" zu tun, sondern damit, dass auf diese Art unser Wirtschaftssystem funktioniert. Aber ist doch egal, welchen Preis Produkte haben, wenn man sie nicht verkauft.

    Wir haben mit unserem medizinischen Hintergrundwissen die Möglichkeit einzugreifen. Zum Beispiel, wenn etwas behandelt werden soll, das unter Ärztliche Aufsicht gehört, weil es halt nicht mehr “banal” ist. Malaria, HIV, Herzinfarkt … Im Beratungsgespräch kann der Apotheker herausfinden, ob das noch mit einem – um Thomas Kappeler zu zitieren – Pseudoplacebo behandelbar ist, oder ob es da wirksame Medikamente gibt oder ob es zum Arzt gehört. Das lernen wir im Studium. Das ist Wissen, das wir gerne weitergeben.
    Dies ist ein Argument, warum Homöopathika im Supermarkt erwerbt/ nicht erwerbt werden sollten. Ist für uns hier egal.

    Zum Punkt “Pseudoplacebo” wäre noch einiges zu schreiben. Inzwischen weiss man, dass Placebos praktisch eine Eigenwirkung haben. Das ist besonders gut ersichtlich bei der Wirkung gegen Schmerzen oder gegen Depressionen. Viel hängt davon ab, wie das Medikament gegeben wird (wie empfohlen, wie verabreicht, welche Nebenwirkungen zeigt es? wie teuer ist es?)
    Ich wüsste nicht, wo die Wirkung von Placebos außer bei Schmerzen und Depressionen nachgewiesen ist.
    Der Fakt, dass etwas wirksam ist, bedeutet nicht, dass es medizinisch eingesetzt werden sollte. In fast allen Fällen sind bessere Alternativen bekannt.
    Und wenn ein Placebo indiziert ist, dann sollte es meiner Meinung nach hauptsächlich der Arzt tun, weil vorher andere Krankheiten ausgeschlossen werden müssen.

    Im Studium lernt man inzwischen standardmässig auch einen Teil Alternativmedizin – und die Homöopathie gehört dazu. In der Schweiz kann man sich auch speziell weiterbilden und den “FPH klassische Homöopathie” machen – was ziemlich aufwändig und auch teuer ist. Man verzeihe es also den motivierten Apothekern, die nach dieser Indoktrinierung wirklich zur Homöopathischen Apotheke stehen. Für mich ist das okay – solange sie nicht anfangen die wissenschaftlich belegten Methoden zu diskreditieren, so wie die Impfungen zum Beispiel
    Dies ist leider kein Argument dagegen. Es ist nur ein Argument dafür, es den entsprechenden Apothekern nicht übel zu nehmen, weil sie im Studium davon gelernt haben.
    Dieser Meinung kann man ruhig sein, doch Aufklärung ist der Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit. Apotheker, die Homöopathie aus Überzeugung und folglich aus nicht ökonomischen Gründen befürworten, sind meiner Ansicht nach nicht ernst zu nehmen.

    Manchmal hat man auch einfach nichts (anderes), das man geben kann. Es ist vielleicht gegen jede Krankheit ein Kraut gewachsen … aber Medikamente gibt es noch nicht gegen alles und für jeden. Speziell bei Kindern gibt es da grosse Defizite und auch bei Schwangeren, wo man wirklich vorsichtig ist – Homöopathie kann man eigentlich immer geben (vorausgesetzt es gehört nicht zum Arzt).
    Diesem Argument stimme ich wie mehrfach beschrieben zu. Die Frage ist nur: Bei welcher Krankheit trifft es zu, dass sie als unheilbar gilt und wo es keinen Arzt benötigt, eine Diagnose zu stellen. Meiner Meinung nach sind dies die psychischen Störungen, für die es jedoch auch eine (evtl. nichtmedikamentöse) psychiatrische Behandlung gibt.

    Ich empfehle etwas dann, wenn ich kein Medikament sonst dagegen habe, oder vielleicht ergänzend als Zusatzverkauf
    Auch hier die Frage: Wann ist Derartiges indiziert? Bei AIDS, weil niemand was dagegen hat? Bei Schnupfen, weil er eh von alleine weggeht? Bei älteren Frauen, die eigentlich nur ins Gespräch kommen wollen?


    Für mich leider immer noch keine überzeugenden Argumente. Tatsächlich kann man sich überlegen, bei Schnupfen Alternativmedizin anzuwenden, doch dann ist die Frage: Bei welchem Patienten hilft ein Placebo und bei welchem nicht? Dies ist es, was im Studium vermittelt werden sollte, ansonsten wird unsere Glaubwürdigkeit verspielt, weswegen häufiger der Satz kommt:
    Aber geben Sie mir etwas, das wirkt und nichts so pseudomedizinisches!

  5. #25
    Studi Avatar von Nachi
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    Bei deiner letzten Aussage stellt sich mir nur die Frage wie du das vermitteln willst? Selbst bei "normalen" Präparaten kann es immer sein, dass es bei dem einen Patienten besser wirkt als bei dem anderen. Das hat dann in dem Fall nichts damit zu tun, ob Placebo oder normales Präparat und vorhersagen kann man es auch nicht.Sprich, es ist unmöglich im Studium zu vermitteln, wann du ein homöpatisches Mittel einem Patienten geben kannst und dieses dann auch bei ihm wirkt.

  6. #26
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    Gast
    Die Aussage stimmt. Letztendlich ist alles Wahrscheinlichkeitsrechnung. Mein Vorschlag: erst wenn die Wahrscheinlichkeit für einen Therapieerfolg bei einem Placebo größer ist als bei einem herkömmlichen Medikament, ist ein Placebo indiziert.
    Sollte man diese Wahrscheinlichkeit noch nicht genau genug einschätzen können, muss mehr geforscht werden, bis derartige Präparate abgegeben werden.

  7. #27
    Erfahrener Benutzer Avatar von mia
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    Nachgewiesener Effekt von Placebo?
    Eigentlich überall. Ein Placebo kann schmerzen lindern, Blutdruck senken, Cholesterinspiegel positiv beeinflussen, Einschlafstörungen beheben, Infekte schneller abheilen lassen, Krebs positiv beeinflussen,.....
    Der Effekt ist je nach Indikation unterschiedlich stark, aber er ist überall.

    Du fragst dich wann etwas homöopathisches indiziert ist?
    Wenn das Grundproblem klein ist, haben klassische Medikamente auch nur einen kleinen Nutzen. Das Risiko bleibt aber gleich hoch. Daher kann bei geringen Beschwerden das Risiko dem Nutzen überwiegen. Dann wäre doch etwas homöopathisches ohne Risiko besser oder?
    Ein paar Beispiele:
    - Wenn ich zum Beispiel der Meinung bin, dass Abends 20 min wach liegen zu lang wäre
    - Wenn der Kunde ein kribbeln im kleinen Zeh hat
    - Wenn das Kleinkind einen harmlosen Schnupfen hat und Mama ganz aufgebracht ist (Mama wird ruhiger, weil sie sich nicht mehr so hilflos fühlt, dadurch wird auch das Baby ruhiger)
    - Bei Schwindel gibt es auch kaum kausale Therapien. Bevor ich einen Ärztemarathon starte, kann man es ruhig erstmal mit was Homöopahtischem probieren. Wenn es nicht hilft habe ich 10 € verschwendet. Wenn es funktioniert habe ich viel Zeit, Nerven und dem Gesundheitssystem viel Geld gespart.
    - Zur Steigerung der Konzentration (besser als illegale Rauschmittel zu konsumieren)
    - ....


    Man merkt den Kunden an, ob sie für so etwas offen sind oder nicht. Wenn ein Kunde sagt, dass er etwas möchte was garantiert hilft, dann bekommt er was evidenzbasiertes.

    Wenn ein Kunde unbedingt etwas haben möchte um eine Befindlichkeitsstörung zu behandeln, biete ich gerne Homöopathika an. Wenn man solche Menschen mit ihren Problemen nicht erst nimmt und alleine lässt, laufen die zum nächsten dubiosen Wunderheiler und nehmen dann sonstiges giftiges Zeug ein.
    Es denkt eben nicht jeder Mensch so rational.
    Geändert von mia (28.09.2015 um 23:20 Uhr)

  8. #28
    Erfahrener Benutzer Avatar von Lisel
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    Zitat Zitat von Unregistriert Beitrag anzeigen
    Ich wüsste nicht, wo die Wirkung von Placebos außer bei Schmerzen und Depressionen nachgewiesen ist.
    Der Fakt, dass etwas wirksam ist, bedeutet nicht, dass es medizinisch eingesetzt werden sollte. In fast allen Fällen sind bessere Alternativen bekannt.
    Und wenn ein Placebo indiziert ist, dann sollte es meiner Meinung nach hauptsächlich der Arzt tun, weil vorher andere Krankheiten ausgeschlossen werden müssen.:
    Da muss ich dir widersprechen. Überall gibt es einen Placeboeffekt, gerade in Studien ist das ja ein Grund zu testen ob der Nutzen eines neuen Medikamentes überwiegt. Das wird bei allen Medikamenten getestet (außer wenn es ethisch nicht vertretbar ist z.b. in der Onkologie). Der Körper hat ein unglaubliches Potential aus seiner Erwartungshaltung heraus, unwillkürlich auf etwas anzusprechen. Es ist zwar schon so, dass bei Depressionen oder Schmerzen der Placeboeffekt größer ist und die Differenz der Wirkung zum Medikament, vor allem bei den Antidepressiva kleiner aber dennoch heißt das nicht, dass es bei anderen Erkrankungen keinen Placeboeffekt gibt. Das ganze geht auch anders herum mit dem Noceboeffekt. Du kannst den Leuten eine Kochsalzlösung geben und sagen es löst einen Brechreiz aus und dann gibt es eben viele die brechen. Fairerweise muss man auch sagen, dass Homöopathie gar nicht wirken könnte (zumindest als Placebo) wenn die Leute alle wissen würden was da passiert. Alles eine schwierige und komplizierte aber interessante Sache

  9. #29
    Unregistriert
    Gast
    Ist zwar nicht in Hamburg, sondern etwa 40km nördlich. Aber eventuell erreichbar. Die Flottkamp Apotheke in Kaltenkirchen^^. Dort findest du aber auch sehr viel Kosmetik Zeug vorm Tresen (naja irgendwie muss halt mehr Umsatz generiert werden, denn nur mit Rezepten wirst du nicht wohlhabend ). Aber die Apotheke ist recht familiär. Ich weiß nicht, ob die Suchen. Aufjedenfall ist diese Apotheke weniger auf "Hokuspokus" ausgerichtet

  10. #30
    Was ist bitteschön eine seriöse Apotheke?

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