Ergebnis 11 bis 20 von 48

Thema: Pharmazeutische Forschung

  1. #11
    Unregistriert
    Gast
    Studier lieber Medizin, da kommst du einfacher in die Onkologie bzw. es ist besser planbar und weniger glücksabhängig.
    Das ist sicherlich richtig, nur hat der gemeine Onkologe nichts mit der Erforschung von Wirkstoffen zu tun, sondern wendet diese im Regelfall an. Und auch nicht jeder Professor für Onkologie (auch hier Vorsicht, an einer Uniklink ist (fast) jeder Oberarzt schon Professor, zumeist aber wegen der Lehre und nicht wegen der Forschung) unbedingt in der Entwicklung von Wirkstoffen. Entweder werden neue Therapieregime entwickelt (Kombination von Wirkstoffen; Zykluslänge: wie lange ein Wirkstoff gegeben wird; erst Chemo dann operieren oder andersrum usw.) oder es geht um die molekulare Grundlagenforschung, die aber eher was mit der detailierten Tumorbiologie (Pathomechanismus usw) zu tun hat. Sicherlich auch nicht verkehrt, nur von Prinzip was anderes. Und ob man mit den Patienten umgehen kann ...
    Und diese pauschale Medizinempfehlung ist insofern nicht zielführend, weil man das mit einem normalen Abi nicht mehr machen kann. Wenn man in Tübingen einen gewichteten Durchschnitt von 0,7 braucht, kann sich ja jeder mal fragen, ob er das selber geschafft hätte.


    Ich warte ja noch darauf, dass der Kollege wieder aus seinem Loch kommt, der angeblich einen kennt, der einen doppelten Promovierten kennt, der gesagt haben soll, dass Pharmazie "voll mit Scheiße sei" und das hier mit einer gewissen Regelmäßigkeit kundtut.
    Ich auch. Vor allem sei hier mal angemerkt, dass das in den anderen NaWis nicht besser ist. In Bio hat man Botanik, Zoologie usw, in Chemie darf man sich mit Physikalischer Chemie rumschlagen, Mathe nicht zu vergessen, oder die Physik für Naturwissenschaften. Diese Fächer decken im die Studium die ganze breite ihres Fachs ab und die Spezialisierung erfolgt durch die Promotion. Im übrigen ist das in der Medizin auch nicht anders, jeder der das bezweifelt darf sich gerne mal anschauen, wie lange es dauert einen Facharzt zu erwerben ...

  2. #12
    Unregistriert
    Gast
    Als Onkologe bist du in erster Linie Arzt. Forschung machst du höchstens nebenbei. Dies ist dann auch mehr klinische Forschung mit Fragestellungen wie "Welche Überlebenschancen hat der Patient nach der Tumorentfernung mit Methode X und bei Einnahme des Medikaments Y?". Das geht stark in Richtung klinische Studien. Für experimentelle Forschung gibts dann wieder eigene Arbeitsgruppen. Diese Postdoc-Stellen dort sind aber allesamt befristet und die 12-Jahres-Regel greift auch für Ärzte. Dein Vorteil als Mediziner ist dann, dass du auch als normaler Onkologe arbeiten kannst. Ich bezweifle, dass es für Ärzte wesentliche leichter ist Professor zu werden als in anderen Fachrichtungen.
    Realistisch betrachtet machen überhaupt die wenigsten Onkologen nebenbei noch Forschung.
    In der Industrie gibt es auch Stellen speziell für Ärzte, diese sind aber rar gesät.

  3. #13
    Unregistriert
    Gast
    Zitat Zitat von Unregistriert Beitrag anzeigen
    Pharmazeuten forschen also "nicht richtig"?

    Da der Threadersteller anscheinend ein Studienplatz in Pharmazie "ergattern" konnte und das auch noch in Halle, schließe ich mich mal der Spekulation an, dass der NC Medizin wahrscheinlich nicht hergeben wird. Biochemie vermutlich auch nicht. Und ob Chemie oder Biologie dem Threadersteller eher zu empfehlen ist als Pharmazie? Mit Blick auf den Arbeitsmarkt eher nicht. Wurde ja vom Industriebiologen schon angesprochen.

    Ich warte ja noch darauf, dass der Kollege wieder aus seinem Loch kommt, der angeblich einen kennt, der einen doppelten Promovierten kennt, der gesagt haben soll, dass Pharmazie "voll mit Scheiße sei" und das hier mit einer gewissen Regelmäßigkeit kundtut.
    Also Pharmazeut forscht man schon weniger richtig als manch andere Disziplin. Es kommt ja nicht von ungefähr, dass immer mehr Professuren fachfremd besetzt werden. Das Pharmaziestudium ist so dermaßen veraltet und verschult, dass es die heutige, wissenschaftliche, Realität kaum noch abbildet. Wenn man mal ein paar Jahre hinter den Kulissen gearbeitet hat, dann versteht man vielleicht was ich meine. Da bestehen auch durchaus bei Professoren/Promovieren durchaus "problematische Wissens-/Verstehenslücken", die so "krass" in anderen Fachrichtungen halt nicht sind - ganz einfach deshalb, weil dort nicht nur Halbwissen gelehrt wird.
    Ich habe ja auch an den Beispielen klar gemacht, in welche Richtung ich das meine: Es gibt sicher nicht viele Pharmazeuten, die sich zu Begriffen wie CART-T oder "Checkpoint-Inhibitoren" qualifiziert äußern können ... von der Herstellung & Entwicklung solcher einmal ganz zu schweigen ...

    Ich denke da sind Fächer wie Biotechnologie, Biochemie und kA was es mittlerweile alles gibt zielführender, wenn man moderne Medikamente entwickeln will. Die Studienordnung der Pharmazie wird halt nur alle 100 Jahre mal geringfügig verändert.

  4. #14
    Unregistriert
    Gast
    Also Pharmazeut forscht man schon weniger richtig als manch andere Disziplin. Es kommt ja nicht von ungefähr, dass immer mehr Professuren fachfremd besetzt werden.
    Das ist von der Logik her schon falsch: die meisten Pharmazeuten schlagen eben keine wissenschaftliche Karriere ein, weil sie viel besser bezahlte Alternativen in der Industrie haben. Hierzu verweise ich sehr gerne auf die Stellungnahme des DPhG-Präsidenten Prof. Laufer.
    Und selbst wenn wir diesen Punkt außen vor lassen: wenn die Elite der anderen Fächer diese Lehrstühle übernimmt, müsste die Forschung ja trotzdem erstklassig sein ... das dies evtl nicht so ist, könnte ehr am deutschen Hochschulsystem liegen. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.


    Ich habe ja auch an den Beispielen klar gemacht, in welche Richtung ich das meine: Es gibt sicher nicht viele Pharmazeuten, die sich zu Begriffen wie CART-T oder "Checkpoint-Inhibitoren" qualifiziert äußern können ... von der Herstellung & Entwicklung solcher einmal ganz zu schweigen ...
    Das hat ja auch keiner behauptet. Nur muss man hier mal deutlich festhalten, dass man die bisherigen Arzneistoffe/-kandidaten an einer Hand abzählen kann. Das sind hochspezialisierte Arzneimittel, furchtbar teuer und ob die jemals wirklich massentauglich werden bleibt abzuwarten. Und die Firmen die das herstellen sind ebenfalls sehr rahr, da ist ne Professur realistischer als dort unterzukommen. Meist basiert sowas auf einer start-up Gründung aus der Uni heraus, weil da jemand in der Promotion was gefunden hat, siehe Curvac oder Immatics. Aber auch hier: die Forschungsabteilungen sind klein ...

    Was da mit Proteinen, Viren und was weiss ich alles versucht wird ist ja schön und gut, aber man möge sich doch immer vor Augen halten, dass der Großteil aller zugelassenen Arzneimittel unter die Ruprik small molecules fällt. Und das hat vielleicht schon seinen Grund.
    Im übrigen wurde der letzte Nobelpreis, bei dem Wirkstoffe ausgezeichnet wurden, an drei Personen vergeben, die sich um Naturstoffe bemüht haben. Eine Disziplin die industriell schon zu Grabe getragen wurde, jetzt aber aufgrund der ganzen Antibiotikaentwicklung wieder hervorgeholt wird (Hemlholtzentrum für pharmazeutische Wissenschaften, Stiftungsprofessur für Wirkstoffforschung in Innsbruck von bionorica, Sanofi in kooperation mit der Frauenhofergesellschaft, usw.). Überdauert hat diese schöne Disziplin der Naturstoffforschung (Screening, nicht Synthese!) in der Pharmazeutischen Biologie. Nur soviel dazu, dass die Inhalte des Studiums so furchtbar schlecht wären ...

  5. #15
    Unregistriert
    Gast
    Zitat Zitat von Unregistriert Beitrag anzeigen
    Ich habe ja auch an den Beispielen klar gemacht, in welche Richtung ich das meine: Es gibt sicher nicht viele Pharmazeuten, die sich zu Begriffen wie CART-T oder "Checkpoint-Inhibitoren" qualifiziert äußern können ... von der Herstellung & Entwicklung solcher einmal ganz zu schweigen ...
    CAR-T heißt es.

    Die Studienordnung der Pharmazie wird halt nur alle 100 Jahre mal geringfügig verändert.
    Unsinn... Natürlich ist der Fächerkanon des Pharmaziestudiums staatlich geregelt, muss bei einen Staatsexamen auch so sein. Das hindert aber keinen Dozenten seine Vorlesungen aktuell zu halten. Und da gibt es solche und solche, nicht nur in der Pharmazie.

  6. #16
    Unregistriert
    Gast
    Zitat Zitat von Unregistriert Beitrag anzeigen
    Das ist von der Logik her schon falsch: die meisten Pharmazeuten schlagen eben keine wissenschaftliche Karriere ein, weil sie viel besser bezahlte Alternativen in der Industrie haben.
    Eben. Oder in der Apotheke. Die Zahl der Pharmazeuten, die gewillt ist, dann alternativ Promotion, Postdoc und Habilitation oder eine Juniorprofessur zu durchzulaufen, um sich (mit unsicherem Ausgang) für eine Professur in pharmazeutischer Biologie zu qualifizieren, dürfte überschaubarer sein als bei Biologen oder Biochemikern.

  7. #17
    Industriebiologe
    Gast
    Dass man als Pharmazeut weniger forscht halte ich für Unsinn. In keinem Studium wird geforscht, es wird nur forschungsorientiert gelehrt (das sicherlich in Medizin und Pharmazie weniger als in Biologie und Chemie). Die eigenständige Forschungsleistung folgt in der Bachelor-, Master-, Diplom-, Doktorarbeit. Da forscht man genauso richtig wie alle anderen Naturwissenschaftler auch. Man kann dazu auch gerne das Institut wechseln, wenn man meint an dem eigenen wird nicht richtig geforscht.
    "immer mehr Professuren fachfremd werden besetzt" soll suggerieren, dass man als Pharmazeut zu schlecht ausgebildet ist, um ihm eigenen Fach Professor zu werden. Das ist schon lustig. Schau ich auf die Homepage meiner Uni, haben die Professoren, die bei den Pharmazeuten die Hauptfächer lehren, selbst Pharmazie studiert. Es sind sogar Menschen dabei, die ihre F&E-Leiter-Stelle bei big Pharma zu Gunsten einer Professur aufgegeben haben. Ach momentchen...ein Pharmazeut als Forscher? Ne, kann gar nicht sein! Wenn man sich mal eine Ausschreibung einer Professur ansieht, wird dort kein konkretes Studienfach verlangt, sondern meist nur hervorragende wissenschaftliche Leistungen und top-Reputation. Daher kommt auch die Tatsache, dass auch nicht-Pharmazeuten Professor bei den Pharmazeuten sein können. Außerdem gehen viel weniger Pharmazeuten den akademischen Karriere Weg.

    Die wissenschaftliche Realität bekommt man im Studium ohnehin nicht mit. Es ist mir auch ein Rätsel warum hier mancher Pharmazeut seinen eigenen Studiengang immer so in den Schmutz zieht. Als Chemiker musst du auch 100 Namensreaktionen drauf haben, die fast nur im Labormaßstab verwendet werden. Das brauchen die im späteren Leben auch kaum oder könnten es nachlesen. Seid froh, dass man bei euch was ihr könnt. Die Personalabteilung rätselt jedes Mal, wenn sie zwischen einem Biochemiker, einem chemischen Biologen und einem biologischen Chemiker entscheiden muss.
    Ich kann dir versichern, dass auch ein Biologe sowas wie CART-T oder Checkpoint-Inhibitoren nicht im Studium zu hören bekommt. Darauf kann man sich dann aber in der Promotion spezialisieren. Halles Biochemiker machen doch schon seit Jahren was mit therapeutischen Proteinen, da kann sich ja unser Fragesteller hinorientieren.

    Ich stelle bei mir niemanden ein nur weil er dieses oder jenes studiert hat, oder weil er ein Modul mehr hatte als der Andere. Wenn ich jemanden für die Biopharma-Abteilung suche kommen genauso gut Biochemiker wie Pharmazeuten mit diesem Schwerpunkt in Frage. Ich muss die Leute eh einarbeiten, weil an den Universitäten eh keine angewandte Forschung gemacht wird und die wenigsten bringen auch eine wirtschaftliche Denkweise mit.

  8. #18
    Unregistriert
    Gast
    Bei Pharmazie muss dir bewusst sein, dass es kein Selbstläufer ist, außerhalb der öffentlichen Apotheke zu arbeiten. Über 80% der Absolventen arbeiten in öffentlichen Apotheken. Wenn man das mit den Karrierezielen der Studenten abgleicht ist schnell klar, dass viele nicht dort arbeiten wo sie gerne arbeiten würden. Pharmazie ist also natürlich tausendmal sinnvoller als molekulare Medizin, aber IMHO nur dann empfehlenswert, wenn man auch mit einem Job in einer öffentlichen Apotheke zufrieden wäre.

  9. #19
    Unregistriert
    Gast
    Es ging dem TE ja darum optimal für die Wirkstoffforschung vorbereitet zu werden. In soweit ist er, wie anhand von Beispielen genannt, in der Pharmazie ja nicht unbedingt richtig. Die Pharmazie hat dafür andere Vorteile (sicherer Job usw).

    Wenn man wirklich richtig dolle forschen will und das NICHT im Bereich pharmazeutische Technologie, dann ist man in der Pharmazie eher falsch. Andere Studiengänge bereiten, allein schon wegen Bachelor/Master, besser auf Forschung vor. Die Ausbildungsinhalte sind meist (wesentlich) aktueller - ok, das ist auch nicht schwer.
    Wenn man neues entdecken will, dann muss man das Bestehende schon vernünftig verstehen und zu hinterfragen wissen. Das leistet das Pharmaziestudium aber einfach nicht - im Grunde leistet kein Studium das, aber Pharmazie erst recht nicht.

  10. #20
    Unregistriert
    Gast
    Zitat Zitat von Unregistriert Beitrag anzeigen
    Pharmazie ist also natürlich tausendmal sinnvoller als molekulare Medizin, aber IMHO nur dann empfehlenswert, wenn man auch mit einem Job in einer öffentlichen Apotheke zufrieden wäre.
    Das wird noch interessant, wenn sich die Zahl letzterer weiter im Sinkflug befinden sollte... Denn die Industriestellen für Pharmazeuten dürften auch nicht mehr werden. Ich spekuliere, dass es den Pharmazeuten in ein paar Jahren nicht viel besser auf dem Arbeitsmarkt ergehen wird als den Chemikern und Biologen.

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