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Thema: Promotion in Pharmaziegeschichte - Erfahrungen?

  1. #1
    Pharma-Historikerin
    Gast

    Promotion in Pharmaziegeschichte - Erfahrungen?

    Hallo zusammen!

    Ich stehe kurz vor dem 3. Stex und habe schon Pläne für die Zukunft: Ich würde sehr gerne in Pharmaziegeschichte promovieren und eine wissenschaftliche Karriere mit dem Ziel einer Professur anstreben. Hat jemand von euch auch in diesem Bereich promoviert und kann seine Erfahrungen mit mir teilen? Oder gibt es hier noch andere Pharmazeuten, die in der Akademia geblieben sind?

    Mit besten Grüßen

  2. #2
    Unregistriert
    Gast
    Zitat Zitat von Pharma-Historikerin Beitrag anzeigen
    Ich würde sehr gerne in Pharmaziegeschichte promovieren und eine wissenschaftliche Karriere mit dem Ziel einer Professur anstreben.
    Die Anzahl der Professuren für Pharmaziegeschichte ist natürlich sehr überschaubar und die Chancen auf einer zu landen, sind entsprechen gering. Das sollte dir bewusst sein. Ansonsten, wenn du für Pharmaziegeschichte brennst, go for it.

  3. #3
    Underpostdoc
    Gast

    Wie viele Jahre Forschung sind möglich? Bitte die Zahl ausschreiben... 12

    Ich will dir mal deinen Plan anhand einer Beispielrechnung verdeutlichen:

    Annahme: nur 1% aller Pharmazieabsolventen haben denselben Plan wie du. Von 2000 sind das 20 pro Jahr.
    Annahme: Jede Uni für Pharmazie hat auch eine Professur für Pharmaziegeschichte. Das sind dann 20 Stellen in ganz Deutschland.
    Das durchschnittliche Alter bei Antritt einer Professur liegt bei über 40. Wir sind optimistisch und nehmen genau 40 an. Es bleiben noch 25 bis 30 Jahre zur Rente. Es ist also rechnerisch nicht mal jedes Jahr eine entsprechende Professur an irgendeiner deutschen Hochschule zu besetzen. Hier kommen noch Professuren für Medizingeschichte oder sonstiges Artverwandtes für Historiker hinzu.
    Wir sind nochmal sehr optimistisch und sagen jedes Jahr wird eine Stelle frei, auf die dein Profil passt.
    Deine Chancen stehen jetzt bei 1/20 also 5% pro Jahr (wenn man nur die anderen Pharmazeuten berücksichtigt). Deine Promotion dauert mindestens 3 Jahre, meist eher 4 bis 5. Die Zwölfjahresregelung gibt dir jetzt noch 9 bis 7 Jahre eine unbefristete Stelle zu erlangen.
    Jeder Bewerber sei gleich gut, dann liegt deine Chance zwischen 1-(19/20)^9 und 1-(19/20)^7. Das sind 37% bzw. 30% innerhalb von 12 Jahren eine Professur zu bekommen.

    In dieser Zeit bist du befristest angestellt und wirst deutschland/weltweit umziehen müssen. Zwischen den Verträgen liegen im besten Fall nur 3 Monate Arbeitslosigkeit (bei diesem Fachbereich vermutlich deutlich länger). Du bist in diesen 12 Jahren mind 1 Jahr effektiv arbeitslos. Da ist schon mal das erste Apotheker-Jahresgehalt weg. Hinzu kommen halbbezahlte Postdocstellen bei voller Arbeit. Nochmal Geld vernichtet. Dann die Kosten für die Umzüge. Du wirst keinen Lebenspartner finden, der das mitmacht. An Kinder ist nicht zu denken. In derselben Zeit hättest du in der Offizin Geld verdienen und eine Familie gründen können, hättest eine Apotheke übernommen, wärst Filialleiterin geworden, wärst ins KH gewechselt, QP in der Industrie etc. Das haben deine Mitstudenten gemacht. Die sind weiter gekommen als du PD Dr.rer.nat.habil. Du hast mehrere 100.000€ und Rentenbeiträge verloren. Du bist akademischer Tagelöhner. WissZeitVG kickt dich ohnehin.

    Die reale Wahrscheinlichkeit auf eine Professur ist deutlich geringer. Du hast nicht nur 20 andere Apotheker als Konkurrenz, sondern auch Mediziner und Historiker. Meist kommen bei solchen Bewerbungen 50, 70 oder 100 Bewerber auf eine Stelle. Auch hat nicht jede Uni eine Professur für Pharmaziegeschichte. Es besteht ebenso keine Notwendigkeit eine für teures Geld einzurichten. Ebenso gibt es genug Doktoranden, die 7 oder 10 Jahre an der Dis sitzen, weil sie es einfach nicht gebacken bekommen. Es gibt auch Professoren die kleben mit 80 noch an ihren Lehrstühlen und sterben einfach nicht weg.
    Mathematisch interessant an meiner Rechnung: Die Jahre, die dir als Postoc bleiben gehen als Exponent in deine Chancen ein. Die Zahl der Mitbewerber nur als Faktor. Es ist also hinderlich für die Kariere erst noch ein dreisemestriges Aufbaustudium zu absolvieren wie an der Uni Marburg. Hat der dortige Professor ja auch nicht. Das ist wieder typischer akademische Firlefanz um die Bedeutung des eigenen Fachgebietes und Egos zu heben.

    Du hast im Gegensatz zu den richtigen Historikern das Glück dich nun mit Mitte 40 in die Apotheke zu stellen und deinen 20-jährigen Erwerbsausfall zu betrauern. Ein hoher Preis um auf Steuerzahlerkosten dem eigenen Hobby nachzugehen. Vielleicht gibts noch eine Stelle als GleichzustellendebeauftragteIn oder ein Leitartikel von dir in einer Apothekenzeitschrift, wo du dein Frust auslassen kannst.

  4. #4
    Unregistriert
    Gast
    Mach lieber was Gescheites. Verdienste mehr (einfach mal W2-Tarif googlen, mehr bekommt der durchschnittliche Prof nicht) und haste vermutlich auch weniger Stress. Mit Geschichte kann man sich auch privat gut beschäftigen.

  5. #5
    Unregistriert
    Gast
    Zitat Zitat von Underpostdoc Beitrag anzeigen
    Mathematisch interessant an meiner Rechnung: Die Jahre, die dir als Postoc bleiben gehen als Exponent in deine Chancen ein. Die Zahl der Mitbewerber nur als Faktor. Es ist also hinderlich für die Kariere erst noch ein dreisemestriges Aufbaustudium zu absolvieren wie an der Uni Marburg. Hat der dortige Professor ja auch nicht. Das ist wieder typischer akademische Firlefanz um die Bedeutung des eigenen Fachgebietes und Egos zu heben.
    Da liegst du nicht ganz richtig. Ich meine, dass er Pharmazie und Geschichte studiert hat. Dieses dreisemestrige Aufbaustudium in Marburg ist notwendig, weil der gewöhnliche Pharmazeut nach dem Studium keine Ahnung von den Arbeitsmethoden eines Historikers hat.

    Ansonsten sind deine Ausführungen ebenso richtig wie sinnfrei, weil wahrscheinlich noch keiner aus finanziellen Erwägungen heraus Pharmaziehistoriker geworden ist. Davon abgesehen promovieren die meisten dort eh nebenberuflich, weswegen es auch länger als drei Jahre dauern kann. Und nach der Promotion hat die Mehrheit der Leute auch nichts mehr mit Pharmaziegeschichte am Hut.

  6. #6
    Unregistriert
    Gast
    Ist Braunschweig ohne Aufbaustudium?

  7. #7
    Registriert
    Gast
    Um eine Hochschullaufbahn anzustreben, muss man schon sehr dafür brennen. Gerade als Apotheker hat man sehr viele Berufsmöglichkeiten, die sicherer und/oder besser bezahlt sind. Und ph. Geschichte hat nun außerhalb des akademischen Elfenbeinturms keine Bedeutung. Außer du willst deinen Kunden in der Offizin, dort wirst du zwangsläufig wieder landen, Geschichtchen erzählen. Dann lieber Analytik und Techno. Das sind Brotbereiche mit denen man am ehsten fachnahe Anstellung findet. Ph. Chemie ginge ja auch, aber die Konkurenz zu Chemikern ist einfach riesig (sie sind nicht unbedingt besser, aber es gibt einfach zu viele). Sämtliche Synthesegeschichten wurden hier abgebaut und nach China verschifft.
    Wenn du es trotzdem unbedingt machen willst, arbeite nebenbei in der Apotheke. Übernimm ein paar Not/Nachtdienste, das bringt nett Geld. Den Kontakt in die Offizin wirst du brauchen.

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